Liegen in Kloster auf Hiddensee. Wieder um viele fachlicher und persönlicher Erfahrungen reicher. Phasen von Respekt, Unsicherheit aber auch anschließender Erleichterung, Stolz und Selbstbewusstsein ziehen sich durch den Törn heute.

Bei 4-5bft sind wir heute in Glowe ausgelaufen. Kurz nach der Mole rollt Ahti wieder durch See. Welle genau Luv. Böen zerren an den Segeln. Fahren 1. Reff. Im Tromper Wiek baut sich wieder die unangenehme Welle auf. Einfach unschön. Wie im Windkanal drückt der Wind in das Kap. Berüchtigt. Wir lernen dazu. Kein einfaches Revier. Wollen umdrehen.

Haben Mühe Höhe zu gewinnen. Nerven liegen wieder blank. Schließlich gelingt es uns um das Kap zu kommen. Wie von Geisterhand stellt sich Ruhe ein. Geben Poseidon, Neptun, Rasmus & Co ein Prosit. Wir surfen raumschots an Rügen vorbei. Das Wasser dabei dunkelblau. Was ein Anblick. Die Musicbox spielt Buena Vista Social Club. Fernweh, Freiheit. Sichten Containerschiffe. Einfach geil. Es hat sich gelohnt.

Später tauchen Fregatten der Deutschen Marine auf. Ein erhabenes Gefühl, derzeit sind die Jungs ziemlich aktiv. Kein Tag ohne eine Sichtung. Übungsgebiete der U-Boot-Flotte um Rügen mit Begleitschiffen. Subjektive Sicherheit.

Schließlich kommt der Leuchtturm Dornbusch auf Hiddensee in Sicht. Biegen parallel mit einem Landungsboot der Marine in das Fahrwasser.

Die Untiefen um Hiddensee und Rügen sind berühmt. Viele Wracks bilden die Seekarten. Flache und gefährliche Sandbänke. Wir müssen uns genau an die Tonnen halten und dabei den Drift der Strömung im Auge behalten. Dicht neben uns stehen Vögel auf Grund. Verrückt. Seeadler fliegen tief an uns vorbei. Einfach nicht zu beschreiben.

Volle Konzentration beim Anlaufen von Vitte und Kloster. Eine Begegnung mit der Fähre gab uns kurz vor dem Ende weiche Knie. Wir fahren nicht einmal 1m an ihr vorbei, mehr Platz gibt es nicht! Schnellboote (Wassertaxis der FBM Werften mit 254PS) schießen an uns mit viel Schwell vorbei. Dabei ist das Fahrwasser so eng, dass man schnell auf eine Sandbank auflaufen kann. In der Saison ist die DGzRS viel mit Schleppeinsätzen beschäftigt. Wir erfahren es nun am eigenen Leib bei viel Strömung und Wind von der Seite. Nicht ohne.

Das Anliegen bei tiefstehender Sonne mit Wind von Achtern. Es läuft sehr gut. Bier zischt im Cockpit. Sind etwas stolz. Schauen uns die Insel in Ruhe an. Bis dann!