Dank Westwind stand mal wieder Ostkurs an und angepeilt wurde Altwarp. Den ganzen Tag über im T-Shirt und Shorts, auch wenn es teilweise zugezogen ist. Das Wasser speichert die Wärme und so ist es gefühlt wärmer als im Landesinneren.

Altwarp ist ein kleiner Sprung und ein geschichtsträchtiger Ort. Nebenbei eine der östlichsten Gemeinden Deutschlands. Interessant ist die Ansteuerung, es geht genau an den Grenztonnen zu Polen entlang in den Hafen.

Um den Neuwarper See ist es sehr naturnah, ruhig und es gibt kleine Badebuchten. Wirklich viel los ist hier nicht. Der Kommunalhafen bietet begrenzt Plätze für Gastlieger. Dafür eine ruhige, ehrliche und gepflegte Ecke mit netten Leuten vor Ort. In den Boxen gab es keinen Platz mehr, dafür aber längsseits direkt hinter einer Rassy aus Norwegen. Wir haben die Crew schon bei der Ansteuerung getroffen, scheinen nett zu sein.

Kaum angesprochen antwortet der Norweger auf Deutsch! Aus Stavanger. Frau mit deutschen Wurzeln, Schiff liegt in Oslo. Einige Wochen auf See und es geht langsam zurück. Übrigens kommt man mit Deutsch generell weit, egal wo. Sogar besser als mit Englisch. Die Kontaktaufnahme beginnt meistens mit: “Do you speak english?”. Antwort fast immer: “Neeäi, oahber ikkkr schsprekkk äihn wäihnik döitsch”. Beliebt sind wir ja anscheinend ohnehin, egal bei welcher Nationalität. Manchmal wundert es schon, aber gut. Besser so als anders.

Der Ort hat eine tolle Lage und wer auf Natur und etwas rauen Charme steht wird hier fündig. Alte Villen und Herrenhäuser warten noch auf Investoren. Obwohl, wieso?! Lieber nicht, denn so mag ich sie. Die Fassaden sprechen eben Geschichte. Keine tote Restauration. Ehrlich und echt. So muss es sein.

Am Sonntag gegen Mittag laufen wir aus. Setzen gleich Groß, aber können es nach einigen SM getrost wieder einholen. Kaum Wind. Versuchen es mit Blister, wofür hat man denn schließlich das bunte Tuch? Dabei muss übrigens immer manuell am Vorstag das Segel gewechselt werden. Da es keine Rollvorrichtung gibt, muss also immer gut abgewogen werden, welches Segel man fährt. Fock, Genua etc. manchmal was lästig. Dafür steht es bei guten Bedingungen eben perfekt. Trotzdem, mittlerweile sind Stagreiter selten, nicht ohne Grund. Oft wiederholt sich der Gedanke bei böigem Wind oder beim Einlaufen in Häfen: “Jetzt eine Rollfock wäre schön”. Wer weiß, vielleicht wird doch mal umgerüstet. Es mangelt nicht an Angeboten. Aber es ist eben doch eine größere Investition.