Was ein Segeltag! Bei viel Sonne und lauer Briese geht es mit Kurs Süd Richtung Stralsund. Am Horizont zeichnet sich schon beim Auslaufen von Schaprode die Silhouette der alten Hansestadt ab. Ein toller Anblick.

Recht platt vor dem Wind machen wir gut Fahrt durch den Strelasund. Trotz kleiner Lauf- und Segelfläche (nur kleine Fock, zu faul Vorsegel zu wechseln) rennt Ahti auch bei Schwachwind 1-2bft so manchen Großen davon.

Überholmanöver im schmalen Fahrwasser wollen gut überlegt sein. Droht Versatz, kommt Gegenverkehr? Anders wie beim Auto kann man seine Geschwindigkeit schwer regulieren. Abbremsen geht noch. Mehr Fahrt dann nur über Motor. Aber selbst der bringt mit 9PS nicht viel. Außerdem wollen wir ihn nicht zuschalten.

7sm vor Stralsund schläft der Wind komplett ein. Wir lassen uns nur noch vom Strom treiben und dümpeln in der Sonne. Absolute Stille. Im Tiefflug patrouilliert die Küstenwache mit Do228. Später müssen wir Halsen, damit wir den Stadthafen erreichen. Macht aber Spaß.

Im Stadthafen drehen wir eine Ehrenrunde vor der alten Gorch Fock und machen eine kleine Stadtrundfahrt. Viel Freiheit auf dem Wasser. Stralsund und Wismar sind für uns mit Abstand die schönsten Hansestädte. Jetzt Anreise nur unter Segel – wollten schon lange mal auf eigenem Kiel hin.

Die ganze Welt liegt hier, auch eine Crew aus Australien. Was ein Flair. Suchen uns einen Platz im vollen Hafen mit Bug Richtung West. Es soll in der Nacht Starkwind geben und Freitag über andauern. Was er auch tut. Böen fallen ein, reißen am Mast. Sind aber sicher vertäut. Morgen ist der Spuk vorbei.