Die letzten Tage ging es von Stralsund über Gustow auf Rügen in die heimischen Gewässer mit Stopps in Kröslin, Stagnieß (Achterwasser) und dem Stammankerplatz an der Peene.

Dabei ist das Wetterlage wechselhafter, aber es gibt deutlich weniger bodennahe Thermikblasen und konstanteren Wind. Langsam stellt sich eine Westkomponente ein die zwar für mehr Feuchtigkeit aber ruhigere Welle sorgt. Gute Bedingungen für Schweden und die skandinavischen Anrainer. Vergessen wir das lieber schnell wieder… .

Die Ruhe im Blog liegt nicht nur an der spärlichen Internetabdeckung sondern auch an einer bewussten Abgrenzung. Das Leben an Bord wird zum Alltag. Empfang für Radio, Internet, Telefon & Co. gibt es teilweise nicht. Es steckt dermaßen an, dass man sich auch schnell daran gewöhnt. Dabei hat man erstaunlich viel Kontakt zu Subjekten aus Fleisch und Blut. Überhaupt sind die Segler in der Region dermaßen entspannt und kontaktfreudig, dass schnell mal die Nacht zum Tage wird, manchmal auch katerreich.

Stattliche Villen und Herrenhäuser aus der Fürstenzeit um 1800 säumen die Residenzstadt Putbus. In den Gassen riecht es nach Kohle, hört es Zischen und Pfeifen. Der Rasende Roland dampft munter durch die Kaiserbäder. Überhaupt glaubt man kaum, in diesem perfekten Deutschland zu sein, wo der Profit und die absolute Leistungsfähigkeit im Vordergrund steht. Hier ticken die Uhren anders. Sympathisch.

Von Seemeile zu Seemeile stellt sich ein eigenartiges Gefühl ein. Die Zeit auf dem Wasser ist dermaßen ereignisreich und intensiv, dass man kein Zeitgefühl kennt. Wilfried Erdmann beschreibt es einfach als „oberherrlich“. Vermutlich trifft es das.