Wie es der Titel schon vermuten lässt, dass Wetter schmeckt nicht!

Am Morgen um 4 Uhr in der Früh sind wir schon wach und haben die Lage für die Überfahrt nach Ystad abgesteckt. Bei 50sm sollten Wind und Welle passen.

Am Horizont zeichnet sich eine Gewitterfront ab. Der DWD hat kurzfristig eine Wetterwarnung (Gewitter mit Starkböen für Rügen) herausgegeben. Doch so recht mögen wir es nicht glauben und halten uns bereit. Gute 20min. später wird die Warnung aufgehoben und man kann zusehen, wie die Gewitter einfallen. Erstaunlich, wie genau teilweise der Forecast sein kann.

Gegen 6 Uhr laufen wir aus, bisher die Einzigen. Doch nach der Ausfahrt folgen uns 2 Crews. „Wenn die es schaffen, dann wir auch“. Denkste! Durch den Wind aus Ost müssen wir erst einmal aus der Preroer Wiek freikommen und abfallen => Zeitverlust und deutlich mehr Strecke. Schnell wird klar, die Welle ist Mist!

Aufgewühlt vom Wind der letzten Tage rollt sie unermüdlich und ungebremst aus dem tiefen Osten. Dünung aus den Tagen zuvor steht noch und vermischt sich mit der Welle des etwas ruhigeren Windes heute. Wir kämpfen. Nicht nur gegen die Welle, auch mental. Erster Rückschlag der Etappe.

Schnauze voll. Überlegen wieder umzudrehen. Der Blick auf Rügen und der Kreidefelsen wirkt nicht aufheiternd. Derweil steigt der Bootsmann zum Steuermann auf. Gründe hierfür bleiben unter Verschluss.

Probieren uns frei vom Land zu machen. Welle wirft uns hin und her. Segel schlagen, ständig muss darauf geachtet werden, dass wir nicht zu sehr feststampfen. Mast und Rigg schonen. Schnell wird klar, Schweden & Co ade.

Gut, wir haben noch zwei Wochen. Der Wind soll sich beruhigen. Aber die Welle schwellt einige Tage nach. Das wird nix. Außerdem soll es zum Ende der Woche schwachwindiger und umlaufend werden. Keine Lust in Hektik auszubrechen nur um das gesetzte Ziel zu erreichen. Dennoch Frust.

Derweil bieten sich zwei Ablaufhäfen im NO von Rügen und südlich von Kap Arkona an. Lohme und Glowe. Lohme kennen wir schon vom Landgang. Die Einfahrt ist eng und die Welle steht 90° zum Fahrwasser. Wir wollen es nicht riskieren. Zu heikel. Strandung? Ab nach Glowe.

Schlussendlich kommt Tromper Wiek in Sicht. Die letzte Etappe unter raumem Wind war recht angenehm, da wir schön auf der Welle surfen konnten. Die Einfahrt ist nicht ohne. Der Wind schiebt uns achtern an und es rollt unaufhörlich. Segel müssen aber runter, sonst drohen wir durch den Drift an der Leeseite der Einfahrt aufzulaufen.

Im Hafen selbst: Ruhe! Endlich. Aber wo finden wir passende Boxen?! Alle zu lang und zu breit. Zwar wenig Schwell im Becken, dafür drückt der Wind. Wir machen längsseits an einem Fingersteg fest. Aber es fehlt eine Klampe zum festmachen! Wir zurren uns provisorisch fest. Die Stimmung im Keller! Erstmal schlafen.

Nach einem kurzen Rundgang im Hafen ermutigt ein netter und hilfsbereiter Gastlieger aus Meppen (mit einer NAB 32 – er wartet seit einer Woche auf den richtigen Wind für Stockholm) zum Verholen. Gesagt getan, reibungslos. Überhaupt schweißt so was zusammen.

Eindrücke wie: „Einheimische Bootsfreunde sind hochnäsig und eingebildet“ können wir nicht teilen. Vielleicht liegt es an dem Segelrevier und der Abgeschlagenheit. Viele Einhand unterwegs. Bis jetzt nur nette Leute.

Minuten später fällt die Anspannung ab. Nach dem Landgang kommt Freude auf. Sandstand, Strandkörbe und ein verdammt idyllischer Hafen. Es riecht nach Meer, Salz in der Luft. Leuchtturm von Arkona vor uns, die Sonne strahlt, es ist warm. Was will man eigentlich mehr?!